Die Zukunft der personalisierten Werbung und Cookies

Mrz
08
2021

Letzte Woche gab Google bekannt, dass sie das Cookie Tracking in 2022 abschaffen werden. Auf einen schlag wurde die Welt auf den Kopf gestellt und jedes Medium Outlet hat die chance genutzt ein paar Sätze dazu zu schreiben. Auch wenn diese Inhaltlich nicht mehr wiedergegeben haben als die Pressemitteilung von Google selbst. Mit Überschriften wie „Google: Keine lästigen Cookies mehr“ – Zeit Online oder „Cookies und Tracking: So verändert sich die Verfolgungsjad im Internet“ – Spiegel Online wollte man zeigen das es endlich vorbei ist mit den Cookies.

Mich hat diese Nachricht nicht überrascht. Google verfolgt nur den Trend der auch bereits von Mozilla Firefox eingeleitet wurde und von Apple aktuell noch verschärft wird. Schon seit mehreren Jahren steuern wir auf eine Zukunft zu die keine leckeren Kekse mehr auf deinen Endgeräten speichert. Mit dieser Veränderung wollen Sie sicherstellen das sie auch weiterhin Ihrem Motto „Don’t be Evil“ treu bleiben. Schon seit vielen Jahren stehen GAFAM (Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft) in den Medien aufgrund von Datenschutz Debatten.

 

Auch im EU-Parlament wird schon lange diskutiert

Auch in der Politik wird mehr über das Thema gesprochen und viele Möglichkeiten in Erwägung gezogen. Dabei geht es um viel mehr als nur die Abschaffung der Cookies im Netz. Bei Netzpolitik lass ich letztens einen Beitrag mit der Überschrift „Sollen wir personalisierte Werbung verbieten?“. Ein spannender Beitrag über die aktuellen Diskussionen im EU-Parlament und der digitalen Privatsphäre. Dabei wird diskutiert ob ein kompletter Verbot notwendig ist oder nur die Verwendung von sensiblen Daten verboten wird. Aber auch das Tracking von Drittparteien zu verbieten oder auch das Browser eine standardmäßige Einstellung von „Do-not-track“ integrieren. Wer Zeit hat sollte sich diesen einmal durchlesen. Auch wenn die E-Privacy-Verordnung weiterhin diskutiert wird und bearbeitet wird, werden diese Veränderungen kommen.

Kleiner Ex-kurs. Am meisten fasziniert mich das Springer Chef Döpfner sich dafür einsetzt ein solches Tracking zu verbieten aber, dass der Springer-Verlag hingegen weiterhin Nutzer:innen für Werbezwecke verfolgen darf. Da ja sonst 2/3 der Werbeeinnahmen verloren gehen. ?‍♂️

Es ist also keine Überraschung das Google diesen Weg eingeleitet hat. Aber wie auch bereits Springer Chef Döpfner erkennt, sind die Werbeeinnahmen mit personalisierten Werbung im Netz sehr lukrativ. Auch für uns ist das Remarketing basierend auf Nutzerverhalten und Interessen ein wichtiges Werkzeug.

 

Wird personalisierte Werbung in den kommenden Jahren sich in Luft auflösen?

Für alle die es Eilig haben: Nein. Den wie wir bereits gelernt haben sind die Werbeeinnahmen auch für GAFAM wichtig. Und das investierte Budgets der Marken wird in den kommenden Jahren in neue Möglichkeiten investiert. Zu der Abschaffung der Cookies im Chrome Browser gab es auche eine Ankündigung das Sie in Zukunft die Effizient bei der Zuordnung noch steigern wollen. Dahinter steckt die Technik FLoC (Federated Learning of Cohorts). Es werden Kohorten von Menschen erstellt die, die gleichen Interessen haben. Oder wie t3n passend geschrieben hat „ähnlich ticken“. Dabei soll eine Kohorte nicht kleiner als 5.000 Profile enthalten. Sprich der einzelne Mensch und sein Verhalten im Netz wird in der Masse „versteckt“ und Werbetreibende können weiterhin personalisierte Werbung ausspielen.

Es ist wichtig ein Thema in der Debatte nicht zu vergessen. Und ich zitiere am besten vom Beitrag „Warum das Ende der individualisierten Google Werbung keine Überraschung ist“ von t3n.de direkt.

„Denn was bei der gesamten Debatte außer Acht gelassen wird: All das gilt freilich nur für Nutzer, die nicht ohnehin mit ihrem Google-Konto angemeldet sind und somit […] dem Unternehmen das Recht zur personalisierten Werbeausspielung gegeben haben. Diese werden weiterhin ihre auf sie zugeschnittene Werbung erhalten.“ – Tobias Weidemann

Wir sprechen weiterhin über die Abschaffung von Drittparteien Cookies. Angemeldete Nutzer wie zum Beispiel Android Kunden werden weiterhin die personalisierte Werbung erhalten.

Die Adtech-Branche entwickelt sich einfach weiter. Es Bedarf ein gewisses umdenken im Kopf und der Strategie wie wir als Marketeers unsere Maßnahmen planen. In Zukunft wird der Kunde nicht schlechter erreichbar sein. Wir werden einfach nur wichtige Schritte in die Wege leiten, um die Privatsphäre von Menschen im Netz zu respektieren. Als Unternehmensinhaber oder Marketingleiter würde ich mir keine sorgen, um die Effizient der digitalen Marketing Maßnahmen machen. Viel mehr würde ich mich informieren wie man bereits auch jetzt Schritte einleiten kann, um die Privatsphäre der Menschen besser zu schützen und weiterhin die effizienz beizubehalten.

Cover photo source: Joshua Earle on Unsplash

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