Facebook-Shop und die Bedeutung für Händler?

Mai
26
2020

Ausschnitt aus dem Fireside Chat #022 vom 20.05.2020 zu dem Launch vom neuen Shopsystem bei Facebook.

Am 20.05.2020 hat Mark Zuckerberg in einem 30 Minuten Video das neue Facebook Shop Feature vorgestellt. Eine große Weiterentwicklung für die Plattform und das gesamte Netzwerk. Bis zum Ende des Jahres sollen Nutzer die Möglichkeit haben auch über WhatsApp, Instagram oder dem Facebook Messenger einen Check-out durchzuführen.

Schon seit einem längeren Zeitraum können Unternehmens-Konten Ihre Produkte bei Facebook und Instagram integrieren. Allerdings war es nur möglich die Produkte auf den Bildern zu Taggen um dann den Kunden zum Onlineshop weiterzuleiten.

Es war keine perfekte Nutzererfahrung. Da Kunden immer wieder mit Ladezeiten zu kämpfen hatten. Mit dieser neuen Erweiterung schafft es Facebook, den gesamten Sales Funnel auf seiner Plattform abzuspielen. Kunden können über die Suche auf Produkte aufmerksam werden, Produkte verglichen und auch einen Check-out durchführen.

Welche Vorteile hat Facebook-Shop für Händler und Unternehmen und was erhofft sich Facebook von diesen Erneuerungen?

 

Wie funktioniert der Facebook-Shop?

Bevor wir in die Details eintauchen ist es wichtig erst mal zu verstehen wie man Unternehmen das neue Shopsystem jetzt nutzen können. Die gute Nachricht für jeden Shopify Händler, die Anbindung könnte nicht leichter sein. Über das hinzufügen einer App, was Shopify Nutzer bereits kennen, werden alle Produkte bei Facebook direkt importiert und die Verwaltung kann weiterhin in Shopify vorgenommen werden.

Für Unternehmen, die kein Shopify nutzen, gibt es eine sehr gute Anleitung von www.ecommerce-plattforms.com. Schritt für Schritt erläutern Sie die notwendigen Schritte um den Shop anzulegen, Produkte einzupflegen und auch alle notwendigen Informationen für Versand und Bezahloptionen hinzuzufügen. Ein Vorteil an Facebook-Shop gegenüber Instagram Shopping, ist das Unternehmen Ihre Produkte jetzt auch über einen größeren Produkt-Feed anzubinden. Das heißt, der Import auch über Anbieter wie BigCommerce oder andere relevanten Shopsysteme sind jetzt möglich.

Als neuer Facebook-Shop Anbieter hat man die Möglichkeit die Kunden direkt über Facebook einen Check-out einzurichten oder die Nutzer auf den eigenen Onlineshop weiterzuleiten. Wenn sich dafür entscheidet den Facebook Check-out zu nutzen, fallen Kosten für die Zahlung an. Dies ist aber auch der Normalfall für den eigenen Onlineshop. Die letzte Variante, Nutzer auf den eigenen Onlineshop weiterzuleiten, wird langfristig zu niedrigeren Conversion-Rates führen. Nutzer dir direkt bei Instagram Ihren Einkauf abschließen können, überbrücken die überdenk Zeit. Da das Shopping Erlebnis sehr flüssig ist und Ladezeiten keine Bedenkzeit erlauben, wird es häufiger zu Impuls Käufen kommen.

Facebook Shop Beispiel Spearmint Baby – Theme Editing

 

Das Netzwerk als Vorteil für Facebook

Wie gerade angedeutet gibt es einen großen Vorteil für Händler, die Transaktionen direkt bei Facebook abzuschließen. Wie das Magazin T3N in Ihrem Beitrag zu der Erneuerung geschrieben hat: „79 Minuten verbringen Menschen in Deutschland laut Statista in den sozialen Netzwerken. Die Altersgruppe von 16 bis 19 Jahren gar 150 Minuten und von diesen 150 Minuten gehen 72 an Instagram.“ Ein Großteil der online Nutzung führt auf das Facebook Netzwerk zurück. Ausgeschlossen von der Statistik ist WhatsApp, was auch noch einen großen Anteil ausmachen wird.

Die Zielgruppe befindet sich auf dem Netzwerk, um sich inspirieren zu lassen, Ihren Influencer zu folgen, neue Marken zu entdecken und allgemein ein Großteil Ihrer Freizeit dort zu verbringen. In der Vergangenheit konnten Marken und Influencer aber immer nur ein Produkt bewerben. Es hätten auch mehrer Produkte auf einem einzigen Beitrag sein können, dennoch gab es nur die Möglichkeit einen Click-out auf eins der Produkte weiterzuleiten. Durch die Möglichkeit nicht nur Accounts, sondern gleich Shops zu entdecken, macht Facebook vor allem Amazon eine Konkurrenz.

Wie bereits bekannt, fangen vielen Produktsuchen direkt bei Amazon an. Bis vor Kurzem gab es keine andere Möglichkeit wirklich neue Produkt zu entdecken. Dank einem langen Rattenschwanz an Produkten, finden Nutzer meistens ein Produkt, das zu den Anforderungen passt. Oftmals gehören dazu Impuls Käufe oder direkte „needs“. Inspiration haben Käufer eher bei Pinterest gefunden, um für neue Projektideen zu sammeln. Jedoch hat keiner eine Inspiration Phase bei Amazon gestartet.

 

Facebook-Shop als Inspiration für potenzielle Käufer

Dort liegt ein weiterer Vorteil für die Plattform, gegenüber Amazon. Da Nutzer bereits ein Großteil Ihrer Zeit bei Instagram und Co. verbringen werden Sie sich auch dort inspirieren lassen, um auf neue Brands aufmerksam zu werden und Produkte zu finden. Wie in der Einleitung bereits erläutert schafft es Facebook jetzt, den kompletten Sales Funnel abzudecken.

Facebook Shopping direkt aus einer Live Übertragung

 

Abdeckung des gesamten Sales Funnels

Brands schaffen es neue potenzielle Kunden zu erreichen in der „Attention“ Phase, da Facebook Ihren Nutzern Vorschläge macht, basierend auf Brands, die Sie bereits folgen.

Da der Instagram Account jetzt nicht nur noch eine Historie von Beiträgen ist, sondern auch einen Shop mit Shoppable Produkten bieten, können Kunden direkt ein „Interest“ aufbauen.

Mit dem Klick auf den Shop und dem Durchstöbern der Produkte kreieren Marken direkt ein „Desire“. Da Instagram und Facebook von visuellen starken Werbemitteln lebt, sind viele Produkte bereits adäquat dargestellt.

Ohne die Plattform verlassen zu müssen, können entscheidungsfreudige Kunden direkt den Kauf abschließen. Ihre Adresse, sowie Kreditkarte ist bereits hinterlegt und es fehlt nur noch ein Klick, um die „Action“ auszuführen.

 

Höhere Werbeausgaben im Business Manager

Mit dieser Erweiterung verschafft sich Facebook auch den Zugang zu einer Vielzahl an neuen Datensätze. In der Vergangenheit hatten Sie bereits ein gutes Verständnis dafür welche Kunden eine Bestellung, aufgrund einer Werbeanzeige, aufgeben und welche nur Klicken. Der Facebook Pixel kann bereits ein zielgerichtetes Targeting erlauben. Dadurch das eine Vielzahl an Händler jetzt bei Facebook-Shop mit einsteigen werden, erhöht sich auch der Katalog an Produkten und Kategorien die Sie abdecken können.

Somit werden Lookalike Facebook Ads basierend auf Kaufinteresse viel präziser. Höchstwahrscheinlich kommen zusätzlich Werbemöglichkeiten anhand von Produktkategorien und Preisspanne. Die Möglichkeiten, Custom Audiences zu bauen, basierend auf wirkliche E-Commerce-Daten wird schnell in den Vordergrund rutschen. Unternehmen können gezielter Werbung schalten, die hoch relevant ist.

 

Auswirkung auf Facebook Marketing

In der Vergangenheit wurde Social Media Marketing oft vernachlässigt. Vor allem KMUs in Deutschland haben es schwer eine langfristige Strategie in dem Kanal aufzubauen, ohne die notwendigen Ressourcen in House zu haben. Hinzu kommt, dass es oftmals keinen nachvollziehbaren Link zwischen Aufwand und erbrachten Umsatz gezeigt hat. Mit der Möglichkeit, jetzt einen Check-out direkt auf der Plattform auszuführen, gibt es auch kein Grund mehr Social Media Marketing zu vernachlässigen. Der Aufbau einer Community, einer Bildsprache und Brandvalues bei Instagram rutscht damit im Vordergrund.

Wenn es Händler, schaffen auf der Plattform eine größere Anzahl an Follower zu erreichen, können Sie auch gleichzeitig mehr Bestandskunden und auch neue Kunden für einen Kauf überzeugen. Dabei entsteht ein direkter Link zwischen Aufwand und Anzahl an Transaktion. Womit der Kanal auch für viele KMUs und lokale Geschäfte interessant wird.

 

Wie sollten Händler jetzt vorgehen

Bevor alle Unternehmen jetzt schnell auf die Plattform los sprinten, ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, wie der Kanal gepflegt werden soll. Auch wenn Produkte schnell und einfach angebunden werden können, reicht es nicht aus, nur seine Produkte dort zu veröffentlichen. Die Plattformen von Facebook leben von einem Community-Management. Durch den Austausch mit anderen Nutzern und das Liken und Kommentieren von anderen Beiträgen ist der Grundstein der Plattform. Unternehmen die sich gezielt mit Ihren Followern und anderen Accounts unterhalten, werden langfristig die Oberhand haben und bevorzugt gezeigt werden.

Fragen die sich Unternehmer jetzt stellen müssen:

  1. Wie sieht meine Contentstrategie aus?
  2. Habe ich Ressourcen, um den Kanal stärker in den Fokus zu setzen?
  3. Habe ich das notwendige Know-how im Team?
  4. Kann ich mein ERP-System an Facebook-Shop anbinden?
  5. Was macht meine Konkurrenz auf der Plattform?

 

Zukunftsfähige Lösungen

Ohne Frage wird sich Facebook-Shop zu einem festen Bestandteil des E-Commerce Sales Funnel entwickeln. Mit den neuen Features wollen Sie es Kunden erleichtern auf neue Brands und Produkte aufmerksam zu werden. Dabei unterscheiden sie sich noch stark von Amazon, wo vor allem die suche nach einer bestimmten Lösung für ein „Problem“ im Vordergrund steht.

Händler haben den Vorteil das Sie im Shopsystem von Facebook weiterhin ein Markenimage aufbauen können. Die Shops können im CD/CI Look beibehalten werden und dabei steht die Bildsprache ganz klar im Vordergrund. Bei Amazon fällt es Unternehmen weiterhin schwer, eine wirkliche Kundschaft aufzubauen.

Das Shopystem bietet auch eine gute kurzfristige Lösung für viele Lokalehändler. Ein Instagram Account ist schnell aufgesetzt und die größte Arbeit ist es die Produkte einzupflegen. Dabei müsst ihr im ersten Schritt nicht an teure E-Commerce Lösungen denken und sich um eine komplizierten Integration gedanken machen.

Der Zielgruppen Fokus liegt hier verstärkt auf Produkten mit einem kleinen Warenkorb. Produkte mit einem Preis unter €100 können hier schnell abgewickelt werden. Oftmals bedarf es hier keine großen Vergleiche in der „Interest“ Phase im im Sales Funnel und der schnelle Checkout überbrückt die überdenkzeit. Diese Produktkategorie sollte nicht auf den eigenen Online Shop weitergeleitet werden da potenzielle Kunden noch abspringen können.

Bei größeren Warenkörben lohnt es sich, auch weiterhin auf den online Shop weiterzuleiten. Allerdings empfiehlt es sich hier, auf eine Landingpage für das jeweilige Produkt zu leiten. Damit können die Vorteile klar kommuniziert werden und auf unterschiedliche Variationen aufmerksam gemacht werden.

Dennoch wird es in Zukunft nicht ausreichen, nur ein Shopsystem über Facebook zu führen. Professionelle E-Commerce-Projekte werden weiterhin benötigt werden, um Kunden über eine Vielzahl an Plattformen abzuholen und weiterhin auch die Oberhand der eigenen Daten zu haben. So wie Mark Zuckerberg in seinem Video erläutert hat, es handelt sich hierbei nicht um eine Ablösung der klassischen E-Commerce-Plattform, sondern viel mehr eine Erweiterung um Kunden auf den Plattformen von Facebook noch besser zu erreichen.

Denkt ihr ebenfalls verstärkt über die Möglichkeiten von Facebook-Shops nach? Dann freuen wir uns über deine Kontaktaufnahme. Gerne helfen wir dir dabei, offene Fragen zu klären oder eine langfristige Strategie im Social Media Marketing aufzubauen.

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